Rückblick Felix, Regula und Exuperantius 2026

Fest der Zürcher Stadtheiligen am Knabenschiessen-Sonntag

Der Festtag der Zürcher Stadtheiligen Felix, Regula und Exuperantius am 11. September ist eng mit den Ursprüngen des Knabenschiessens verbunden – eine Tatsache, die heute nur wenigen Zürchern bekannt ist. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts lässt die orthodoxe Kirchgemeinde Zürich die Erinnerung an die Stadtheiligen mit einer Prozession und einer von Anfang an stark ökumenisch geprägten Feier neu aufleben. Seit einigen Jahren wird das Fest jeweils am Knabenschiessen-Sonntag und nicht mehr am eigentlichen Gedenktag der Heiligen begangen.

Bei strahlendem Wetter fanden sich rund 300 Gläubige auf dem Lindenhof ein. Dort, am Ort des einstigen römischen Kastells, sollen die Heiligen dem Richter vorgeführt worden sein. Singend zog die farbenfrohe und vielfältige Prozession durch die Zürcher Altstadt zum Fraumünster, dem mutmasslichen Ort ihrer Folterung, und verkündete den Ruhm der Märtyrer vor Touristen und Passanten. Nach besinnlichen Stationen vor dem Fraumünster und der Wasserkirche, die beide an der traditionellen Prozessionsroute liegen, führte der Weg weiter zum Grossmünster, wo einst die Gräber der Heiligen verehrt wurden.

Andreas Kunz, Seelsorger an der katholischen Kirche Felix und Regula, eröffnete den Festakt und leitete den ersten Teil des Gebets ein. Anschliessend dankte Silvia Stefanos, Co-Präsidentin des Verbands orthodoxer Kirchen im Kanton Zürich, den Organisatoren und den zahlreichen Anwesenden für diesen schönen gemeinsamen Anlass. Als Hausherr stellte Grossmünsterpfarrer Christian Walti in seinem Grusswort die Hoffnung auf die Auferstehung ins Zentrum und verwies dabei auf den Mut der Heiligen.

Im ersten Teil der Feier führten Andreas Kunz, Pfarrer Lars Simpson von der christkatholischen Augustinerkirche und Grossmünsterpfarrer Christian Walti durch die alttestamentlichen Lesungen für Märtyrer und leiteten den Gemeindegesang.

Im zweiten Teil zelebrierten Priester Daniel Schärer von der russischen Auferstehungskirche und der neugeweihte Priester Vladimir Mihailović von der serbischen Dreifaltigkeitskirche den Fürbittegottesdienst zu Ehren der Stadtheiligen – ergänzt durch die inständige Bitte um Stärkung der Liebe und des Friedens. Im Gebet unterstützt wurden sie von Bischof Phanourios von Tyana, Protopresbyter Stefanos Athanasiou von der griechischen Demetrioskirche und Erzpriester Romica Enoiu von der rumänischen Katharinenkirche. Die Responsorien sangen Mitglieder des deutschsprachigen Notker-Chors der russischen Auferstehungskirche – wo immer möglich tatkräftig unterstützt von Eltern und Kindern der Sonntagsschule der Auferstehungskirche.

In einem bewegenden Wort forderte Priester Vladimir Mihailović die Anwesenden auf, das Zeugnis der Stadtheiligen aufzunehmen und wie sie nach dem Wort des Herrn «bis ans Ende auszuharren»: auszuharren im Gebet, auch wenn es scheinbar ohne Antwort bleibt; in der Liebe, auch wo diese nicht erwidert wird; und im Vergeben, auch wo es schwerfällt. Denn nichts, was wir aus Liebe zu Christus tun, sei bei Gott verloren.

Im dritten Teil beteten Qommos (Abt) Isidoros el Anba Samuel von der koptischen Kirche der Heiligen Maria und Verena, Mönchspriester Lahdo Hanna aus dem syrischen Kloster St. Avgin in Arth und Priester Kifle Gyorgis Mengesha von der äthiopischen Kirche, unterstützt von ihren jeweiligen Chören.

Nachdem Bischof Phanourios die Anwesenden mit den Reliquien der Stadtheiligen gesegnet hatte, begaben sich die Teilnehmenden in die Helferei Grossmünster, wo sie Spezialitäten aus den verschiedenen mitwirkenden Kirchgemeinden geniessen konnten. Wir danken Gott und allen Mitwirkenden für dieses schöne und verbindende Fest. Unser besonderer Dank gilt dem Grossmünster und der Helferei für ihre grosszügige Gastfreundschaft.

Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Impressionen