Geschenk der Heilung im eisigen Wasser

Das Fest der Taufe Jesu im Jordan ist eines der zentralen Feste der Orthodoxen Christenheit. Auch in Zürich feiern orthodoxe Gläubige jährlich am 19. Januar das Hochfest der Wasserweihe. Frauen, Männer und Kinder sprangen am Montag in den sechs Grad kalten Zürichsee, um Segen für Körper und Seele zu erhalten.

20. Januar 2026  Katholische Kirche im Kanton Zürich

Der Zahl drei, die sich auf die Heilige Dreifaltigkeit Gottes – Vater, Sohn und Heiliger Geist bezieht – kommt beim Ritual der Wasserweihe eine wichtige Bedeutung zu. So wurde das Wasser drei Mal vom russisch-orthodoxen Priester Daniel Schärer gesegnet und auch die Gläubigen tauchten am Ende der Zeremonie drei Mal im gesegneten See unter. Das spektakuläre Ritual am Zürisee zog nicht nur zahlreiche Zuschauer an, sondern auch viele Gläubige, die das Bad im eiskalten Wasser nicht scheuten. 

Gebet zur Segnung des Zürichsees

Für orthodoxe Gläubige ist dieses Bad aber mehr als Gesundheitsprofilaxe oder körperliche Abhärtung, sondern vor allem auch eine spirituelle Erfahrung von Reinigung und Segen. Dies kommt im klassischen Gebet zur Wasserweihe in typisch orthodox-sinnlicher Sprache zum Ausdruck:

«Du selbst, menschenliebender König, komm auch jetzt durch das Herabkommen Deines Heiligen Geistes und heilige dieses Wasser! Gib ihm die Gnadengabe der Erlösung, den Segen des Jordans. Mache es zur Quelle der Unverweslichkeit, zum Geschenk der Heiligung, zur Vergebung der Sünden, zur Heilung der Krankheiten, den Dämonen zum Verderben, unnahbar den feindlichen Kräften und erfüllt mit Engelskraft, damit alle, die davon schöpfen und Anteil an ihm nehmen, es erhalten zur Reinigung der Seele und des Leibes, zur Heilung der Leiden, zur Weihe der Häuser und zu allem Nutzen dienlich. (…)
Gib allen, die es berühren, an im Anteil haben, sich damit salben, Heiligung, Gesundheit, Reinigung und Segen.»